Transparenz und virtuelle Identitaet City Tourism and the sharing economy - potential effects of online peer-to-peer marketplaces on urban property markets

christina.pillmair.uni-linz, 9. April 2018, 21:08

Der Artikel wurde von Stefan Brauckmann im Jahr 2017 verfasst und handelt von den potenziellen Auswirkungen der Sharing Economy und Buchungsplattformen auf den Städtetourismus und den Immobilienmarkt in diesen Städten.

Ich habe den Artikel ausgewählt, da er auf der einen Seite sehr gut erklärt, wie mittels AirBnB und Co der Buchungsprozess für Interessierte besonders transparent gestaltet wird. Auf der anderen Seite wiederum, lassen sich kaum Prognosen und Entwicklungen am Immobilienmarkt vorhersagen, weil durch diese Plattformen kaum Daten an die Öffentlichkeit geraten.

Inhalt

Laut dem Autor können momentan zwei Entwicklungen beobachtet werden. Zum einen ein vermehrtes Interesse an Städte Trips in Form von Urlauben oder Geschäftsreisen, zum Anderen gibt es durch die Möglichkeit des Internets ein wachsendes Angebot an alternativen Übernachtungsmöglichkeiten. Im speziellen sind hier vorallem Sharing Plattformen gemeint. Diverse Prognosen bestätigen, dass das Interesse an Städtetourismus in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen werden.

Daraus stellt sich die Frage, ob durch die geänderten Lebenssituationen der Einheimischen und die Internetbasierten Buchungsplattformen einen Einfluss auf die Zukunft des Städtetourismus sowie auf den Immobilienmarkt der jeweiligen Städte haben.

Einer der Hauptgründe für den Boom an Schlafmöglichkeiten und Unterkünften sind neben den internationalen Hotelketten und anderen Hotel Konzepten wie Budget Hotels, Apartment Hotels und Hostels auch Booking Plattformen wie AirBnB und deren Mitanbieter, die den Gästen nach Belieben eine Couch, Privatzimmer oder auch ganze Unterkünfte zur Verfügung stellt. AirBnB ist dabei nur der Vermittler der Schlafmöglichkeiten, diese werden direkt von privaten Personen angeboten.

Die steigende Nachfrage nach Unterkünften in diversen Stadtteilen, hat zu einem intensiveren Wettbewerbsmarkt geführt und dafür gesorgt, dass Preise für Wohnen und Schlafen steigen.

Sharing Economy & P2P Plattformen

 Mit dem Aufkommen von Internet Buchungsplattformen, waren nicht nur alle nötigen Informationen schnell und einfach abrufbar, man konnte flexibel das Smartphone unterwegs die nächste Unterkunft buchen. Die Preise für ganze Unterkünfte oder Übernachtungen sind geringer als jene von Hotels. Des weiteren können Gäste weitere Kosten sparen, indem sie selbst kochen.

AirBnB ist ein selbstregulierendes System. Gäste bewerten die Gastgeber und können deren Meinung öffentlich machen. Dadurch ist auch eine gewisse Sicherheit für neue Gäste gegeben, welche die Unterkunft meist anhand von Bewertungen auswählen.

Mittlerweile werden auch negative Stimmen laut, die mehr regulatorische Maßnahmen für die Sharing Economy fordern um die herkömmliche Tourismusindustrie, im speziellen die Hotelketten zu schützen. Diese sind an Regulationen der Regierung angewiesen.  Der Anbieter AirBnB hält sich damit bedeckt.

Mittlerweile wurden Initiativen gegründet, die Schnittstellen zu AirBnB entwickelt haben, um die Tragweite von Buchungsplattformen wie AirBnB für die Bürger und die Stadtgemeinde aufzudecken. Diese haben zum Ziel die Markttransparez im Immobilienmarkt zu erhöhen und Unwissenheit zu bekämpfen.

www.insideairbnb.com

http://www.airbnbvsberlin.de/

www.airdna.co

Auswirkungen auf den Immobilienmarkt

Es konnte beobachtet werden, dass Apartments für den Langzeitgebrauch für Interessierte nicht mehr am Markt verfügbar ist. Grund dafür sind die kurzzeitige Vermietung von Wohnraum bei Buchungsplattformen. Ganze Unterkünfte die auf AirBnB verfügbar sind, sind auch für jene beliebt, die sich eine Wohnung kaufen wollen.

Conclusion

Bisher bleibt es unklar, wie viele Gäste tatsächlich in Städten über Nacht bleiben, da der Markt für internetbasierte Buchungsplattformen intransparent ist. Auch ist unklar, welche Auswirkung AirBnB Angebote auf den herkömmlichen Markt haben.

Reflexion

Der Markt für Städtetourismus speziell bei Übernachtungen sehr transparent und sehr intransparent zugleich. Gäste können alle Informationen abrufen die sie für den bevorstehenden Urlaub brauchen, wissen welche Bewertungen die vorherigen Gäste abgeliefert haben. Mit den eingebunden Stadtkarten sind bei den jeweiligen Markern auch gleich Preise vermerkt, die den Preisvergleich enorm erleichtern.

Gleichzeitig kann man seitens der Stadtentwicklung aufgrund von Angeboten über AirBnB nicht genau sagen, wie sich der Immobilienmarkt und Tourismusmarkt weiter entwickeln wird, da keine Daten dazu bereit stehen und es keine regulatorischen Maßnahmen gibt. Ich finde es auch spannend zu sehen, dass es bereits Initiativen gibt, die sich zur Aufgabe gemacht haben, dass Daten an die Öffentlichkeit gelangen.

4 comments :: Kommentieren

Staat wird regulierend eingreifen

gertrude.dienstl-ottensamer.uni-linz, 10. April 2018, 20:16

Ich denke, dass bei Plattformen wie AirBnB oder auch Uber der Staat in den nächsten Jahren regulierend eingreifen wird, da einerseits der Druck seitens der "traditionellen" Branchen immer größer wird (fairer Wettbewerb) und andererseits auch dem Staat dadurch viele Steuergelder (zB Übernachtungstaxen) abhanden kommen.

Plattformen wie AirBnB motivieren außerdem Investoren, sich Immobilien in Städten zu kaufen, was die Mietpreise in die Höhe treibt und Einwohner dazu zwingt, sich am Stadtrand niederzulassen.

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Staatliche Regulierung

marian.limberger.uni-linz, 11. April 2018, 11:29

Ich bin mir sicher, dass der Staat gerne regulierend eingreifen würde, nur stellt sich die Frage wie? Natürlich entgehen hier Steuereinnahmen, man hat keinen Überblick über tatsächliche Nächtigungszahlen usw.

Es stellt sich auch die Frage warum will der Staat wissen, wer, wann und wo genächtigt hat? Geht es hier nicht auch um das Erfassen von Personendaten, um Profile zu erstellen?

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Offenlegung der Airbnb Vermieter

susanne.groiss.uni-linz, 11. April 2018, 21:44

Wie Gesetzgeber in Zukunft mit AirBnB umgehen sollen, ist nicht ganz klar. Aktuell variieren in vielen Städten die Regelungen für die Airbnb-Vermietung. In Berlin bspw. wurde ein sogenanntes Zweckentfremdungsverbot erlassen, um zu verhindern, dass die für die Bevölkerung nötigen Wohnungen durch Airbnb dem Wohnungsmarkt entzogen werden. Auch Amsterdam will nun ab 2019 die Regeln für die Vermietung von Wohnungen via Airbnb verschärfen. Anwohner sollen ihre Wohnungen dann nur noch höchstens für 30 Tage im Jahr vermieten dürfen.

Und auch in Österreich kämpfen viele Städte gegen die Online Zimmervermietung. Mit dem neuen oberösterreichischen Tourismusgesetz bspw. werden Vermietungsplattformen wie Airbnb verpflichtet der Behörde Auskunft über ihre Vermieter und deren Unterkünfte zu geben. Weitere Infos dazu findet ihr hier.

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christina.pillmair.uni-linz, 12. April 2018, 09:54

Ich find das eine echt interessante Entwicklung. Vor allem weil die Regierung so lange dabei zusieht, wie sich die Plattform richtig etabliert und erst dann etwas unternimmt, wenn es für andere Nachteile bringt. 

Das Zweckentfremdungsverbot ist zwar mal der Anfang aber ich glaub auch dass die Dunkelziffer an Wohnungen die nur für diesen Zwecke benützt werden sehr hoch ist. 

 

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