Vortrag Zum Standort des Mobile Business

Hans.Mittendorfer.Uni-Linz, 14. März 2018, 17:53

Was ist Mobile Business? Oder: zum Verhältnis vom Mobile Business und eBusiness.

Von den Anfägen des Mobile Business bis zu aktuellen Befunden wird Mobile Business auf die Nuzung drahtloser Übertragungstechnologien und vor allem den Einsatz mobiler Endgeräte bezogen - Nomen est Omen. Dazu seien folgende Definitionen von Moble Business an den Anfang der Ausführungen gestellt:

  1. "Mobile Business bezeichnet sämtliche Kommunikationsvorgänge sowie den Austausch von Informationen, Waren und Dienstleistungen über mobile Endgeräte" (Q7)
  2. "Unter dem Begriff Mobile Business Solutions (MBS) versteht man Prozesse, Aktivitäten sowie Applikationen, die unter Nutzung drahtloser Übertragungstechnologien sowie mobiler Endgeräte zur Optimierung von geschäftlichen Vorgängen eingesetzt werden". (Q5)
  3. "Im Vergleich zu Electronic Business erfogt der Datenfluss im Mobile Business über mobile Kommunikationsnetze, sodass Mobile Business als eine Teilmenge von electronic Business verstanden werden kann". (Q8)

Anzumerken ist, dass in Defintion 1, auch vom "Austausch von Waren" gesprochen wird. Definition 2 spricht von Optimierung, was dem nachfolgend dargestellten Kern der Sache, die Originarität der Moblkommuniation, in gewisser Weise auch zutrifft, jedoch die tägliche Praxis außer Acht lässt. Ob Mobile Business als Teilmenge des Electronic Business weiterhin her hält, ist in Anbetracht der ständig zunehmenden Anwendung mobiler Endgeräte für den Einstieg in das und das Bewegen im Internet, fragwürdig. Spätestens dann, wenn die mobilen Endgeräte, Endgeräte mit festem Standort an Zahl und Anwendung überholt haben werden, dann gibt es nur mehr das Digital Business.

Doch in vielen aktuellen Anwendungsfällen des Mobile Business, welche in den Rahmen der oben zitierten Defintionen fallen, fehlt die Origiginarität der Mobilkommunikation, oder anders ausgedrückt, es feheln die Alleinstellungsmerkmale der Mobilkommunikation. Vermisst wird die geplante Anwenden von Eigenschaften mobiler Endgeräte in Verbinung mit drahtloser Übertragungstechnologien und Diensten. Gerade diese aber machen den Mehrwert des Mobile Business gegenüber dem klassischen Electronic Business aus.

Eine Transaktion (z.B. ein Auftrag), welche auf einem Mobilgerät unter Nutzung drahtloser Übertragungstechnologien durchgeführt wird, die jener unter Nutzung einer kabelgebundenen Technologie in allen Aspeken gleicht (z.B. mit einem mobilen Endgerät im heimischen Wohnzimmer) weist vorerst keine Merkmale auf, die sich vom Electronic Business funktional unterscheiden. Allein die Nutzung eines Mobilgerätes und entsprechender drahloser Übertragungstechnologien macht noch kein Mobile Business aus.

Tesco Home Plus

Das bereits 2011 von Tesco praktizierte Mobile Business Modell "Home Plus" zeigt eindrucksvoll, wie der Einsatz von mobilen Endgeräten zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell führte und den Kunden einen entsprechenden Mehrwert stiftete. Ohne die Eigenschaft der Mobilgeräte über die eingebaute Kamera QR-Codes zu scannen und dekodieren, ohne der Erfassung des Zeitpunktes in Verbidung mit dem genauen Standort des Konsumenten, wäre das Geschäftsmodell nicht umsetzbar gewesen.

 Quelle: Youtube (zuletzt aufgerufen am 12.3.2018)

Originarität der Mobilkommunikation

Welche Eigenschaften der Mobilkommunikation sind nun geeignet, das Mobile Business zu begründen?

Mobile Endgeräte

Mobile Endgeräte nutzen ausschließllich drahtlose Übergragungstechnologien, verfügen vorwiegend über eine gestenorientierte Benutzerschnittstelle, sind aufgrund ihrer Kompaktheit (Gewicht, Ausmaß, Robustheit) in fast allen Lebensalgen einsetzbar und werden in absehbarer Zeit in überwiegender Zahl zur Informationsbeschaffnung aus dem bzw. zur Kommuniktation über das Internet herstellen.

Derzeit bilden Tablet Computer (Tablets), Phablets und Smartphones jene Klasse der mobilen Endgeräte, welche für das Mobile Business generische Anwendungen zulässt. Mit steigendem Anteil kommen Geräte aus der Kategorie Wearables (z.B. Smartwatches) hinzu. Während die Anzahl der Verwendung von Tabelt Computern stagniert, die der Smarphones und Phablets weiterhin steigt, ist ein bemerkenswerter Anstieg der Nutzung von smarten Armbändern und Uhren zu verzeichnen.

Das angereicherte und benutzerfreundliche User-Inteface, die Kompaktheit der Geräte und ihre beinahe uneingschränkte Mobilität führen zu einer ubiqutäten Verfügbarkeit von Diensten und Kommunikationsmöglichkeiten. Im Zusammenhang mit der Ubiqutarität wird der Besitz eines mobilen Endgerätes mit der Identität einer Person beinahre gleichgestellt. Anwendungen wie Mobile Banking oder mobiles Unterschreiben und Bezahlen binden das mobile Gerät vermehrt an eine bestimmte Person. Die mobilen Endgeräte verfügen über vielfältige Sensoren und mehrere technische Kommunikationskanäle (z.B. 4G, 4G, WLAN, Bluetooth, NFC, GPS).

Erst wenn die Nutzung dieser Eigenschaften der mobilen Endgeräte in das Business Einzug hält, auf die Gestaltung der Geschäftsprozesse und -modelle Einfluss nehmen, kann von Mobile Business, der gegenständlichen Auffassung entsprechend, gesprochen werden. Sonst aber handelt es sich um traditionelles E-Business unter Nutzung mobiler Technologien. So gesehen wird Mobile Business früher oder später gleich- wenn nicht mehrwertig als traditionelles E-Business, zum Digtial Business vereint.

Aktuelle Befunde zur Nutzung von mobilen Endgeräten

Smartphones, Phablets und Weareables werden in naher Zukunft die überwiegenden Teil der digitalen Information und Kommunikation vermitteln.

Infografik: Tablets: Der Hype ist vorbei | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Infografik: Jüngere Onliner sind am mobilsten | Statista


Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Infografik: Die Zukunft von Wearables hängt am Handgelenk | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

 

IDC. n.d. Absatz von Wearables weltweit in den Jahren 2014 bis 2017 (in Millionen Stück). Statista. Zugriff am 14. März 2018. Verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/515723/umfrage/absatz-von-wearables-weltweit/.

Das Internet der Dinge

Das Wachstum der "Dinge im Internet" wird, einer Studie entsprechend, im Jahr 2020 auf geschätzte 25 Milliarden Einheiten ansteigen. (siehe: Q3)

Infografik: Internet of Things wird bis 2020 alltäglich | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Davon ca.

  • 2,9 Milliarden aus dem Consumer-Bereich (z.B. smart home, wearables, infotainment)
  • 1 Milliarde aus dem Bereich Vertical Business (z.B.Produktion, Logistik, Energie-Management)
  • 0,6 Milliarden im Generic Business und
  • 0,4 Milliarden im Automotive-Bereich

Einer aktuelle Studie von Hedda Nier zeigt, dass das Internet of Things an Beliebtheit zunimmt.

"Die Verbreitung von IoT-Geräten nimmt zu. Das Internet of Things (zu Deutsch Internet der Dinge) meint vereinfacht, dass elektronische Geräte mit dem Internet verbunden sind. In diesem Fall aber nicht PC, Smartphone und Co, sondern Haushaltsgeräter, Thermostate oder Autos. 

Die Zahl der Nutzer nimmt auf jeden Fall zu, wie die Grafik von Statista zeigt. Wie aus dem Deloitte Mobile Global Consumer Survey 2017 hervorgeht, sind vernetzte Funklautsprecher, vor allem dank Musik-Streaming, am beliebtesten. 17 Prozent der Befragten nutzen sie, 2015 waren es nur acht Prozent. Auch Fitness-Tracker erfreuen sich wachsender Beliebtheit. 13 Prozent der Befragten gaben an, ihre Gesundheit und Sportaktivitäten mit einem solchen zu überwachen." (siehe Q9)

Infografik: Internet of Things wird beliebter | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Quelle: Q9

Smart Objects

Shin Chang beleuchtet die nahe Zukunft mit Smart Objects (Q2) im Zusammenhang mit ständiger, mobiler Vernetzung. Sie folgert, dass "etwa im Individualverkehr würden schon bald Autos miteinander kommunizieren, zentrale Rechner wüssten, wieviele Fahrzeuge sich in einem Tunnel befänden und was LKWs geladen hätten, was wieder bei einem Unfall für die Rettungskräfte nützliche Informationen wären (Q3)

Eine für das Mobile Business bedeutende Frage ist die Nutzung intelligenter Lautsprecher, sogen. Smart Speakers. Amazon's Echo mit dem Sprachassistenten "Alexa", "Siri" von Apple, "Cortana" von Microsoft oder "Google Now" erweitern den Aktionsraum des digtalen Business. Enge Verwandte des Mobile Business, die eine Betrachtung Wert sind.

Nexus of Forces

Gartner verfolgt den Ansatz der "Nexus of Forces", worunter die Konvergenz und gegenseitige Wirkungsverstärkung der Sozialen Medien, der Mobilkommunikation, des Cloud Computing (inklusive Big Data) sowie des damit verbundenen Informations- und Kommunikations-Verhaltens verstanden wird.

Das Ergebnis ist in den Entwicklungsstufen des Electonic Business zu sehen, welche unter Beteiligung autonomer Systeme Geschäftsprozesse auszulösen vermögen und damit die Gewinnung "nichtmenschlicher Kunden". Was in weiterer Folge neue Geschäfts- und Einkommensmodelle generiert.

Ein Beispiel dafür bildet Facebook's neuer Dienst M. "A FEW hundred Bay Area Facebook users will open their Messenger apps to discover M, a new virtual assistant. Facebook will prompt them to test it with examples of what M can do: Make restaurant reservations. Find a birthday gift for your spouse. Suggest—and then book—weekend getaways." (Q4)

Aufgabe: Interessensbekundung für das Koreferat

Bekunden Sie in der Form eines Kommentars zu diesem Beitrag unter Nennung der nachfolgend aufgelisteten Hashtags (z.B. #mLernen) Ihr Interesse an der Bearbeitung eines Themas in der Form eines eines Artikels, wie in der Leistungsbeurteilung zur gegenständliche Lehrveranstaltung dargestellt. Bei Themengleichheit mit anderen TeilnehmerInnen versuchen Sie sich auf unterschiedliche Themen zu einigen.

Hashtags:

  • #Schlüsseltechnologien
  • #mCommerce
  • #mSignatur
  • #mLernen
  • #mArt
  • #mMedia
  • #Smarte Dienste

Quellen (Qn):

  • Q2: Smart Objects sind in Gegenstände eingebaute Technolgien, die selbständig (ohne Mitwirkung von Menschen) Informationen erfassen, speichern, auswerten und weiterleiten können.
  • Q3: Onlinequelle: Presseaussendung zur FMK-Podiumsdiskussion, zuletzt aufgerufen am 12.3.2018
  • Q4: Onlinequelle: K. Ranneberg, Economic Basics II - Lecture 7 mit dem Titel Market Structure and Value Creation, Folie 42. Onlinequelle nicht mehr verfügbar.
  • Q5: Onlinequelle: http://www.business-goes-mobile.de/wp-content/uploads/Mobile-Business-Solutions_Leseprobe.pdf, Onlinequelle nicht mehr verfügbar.
  • Q7: Buse Stefan in Frank Keuper, Electronic Business und Mobile Business, Konzepte und Geschäftsmodelle. Wiesbaden 2002
  • Q8: Onlinequelle, zuletzt aufgerufen am 12.3.2018
  • Q9: Onlinequelle, Hedda Nier, Internet of Things wird beliebter, zuletzt aufgerufen am 12.3.2018

13 comments :: Kommentieren

Mobile business als Teilmenge des E-business

thomas.sacher.uni-linz, 14. März 2018, 17:57

Ja, bin absolut dieser Meinung.

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Mobile Business als Teilmenge des E Business

rainer.krottenthaler.uni-linz, 14. März 2018, 17:58

Stimme zu

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Mobile Business als Teilmenge des E-Business

gertrude.dienstl-ottensamer.uni-linz, 14. März 2018, 17:59

ja, ich stimme zu

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Ist mobile Business eine Teilmenge des E-Business

marian.limberger.uni-linz, 14. März 2018, 18:01

Grundsätzlich kann ich das mit ja beantworten, allerdings ist meiner Ansichtt nach die Abgrenzung kaum noch durchführbar. Verweisend auf die Definitionen von M-Business ist alles, was mit dem Austausch von Waren,Dienstleistungen etc. zu tun hat, unter M-Business zu verstehen. Da der Trend immer mehr zum Verwenden von mobilen Endgeräten hintendiert, verschwindet der Unterschied immer mehr. Siehe auch die Statistik der Nutzung der mobilen Endgeräte.

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Mobile Business als Teilmenge von E-Business

anica.nacova.uni-linz, 14. März 2018, 18:02

Grundsätzlich hätte ich Mobile Business mit E-Business assoziert. Aber nach der o.a. Erläuterung sehe ich es jetzt auch als Teilmenge von E-Business.

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Nutzung der Sprachsteuerung-Funktion bei mobilen Endgeräten

anica.nacova.uni-linz, 14. März 2018, 18:59

 

 

 

Anzahl der Personen in Deutschland, die die Sprachsteuerungs-Funktion (z.B. Siri) ihres Handys/Smartphones nutzen, nach Häufigkeit von 2014 bis 2017 (in Millionen).

 

 

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Sprachsteuerung

Hans.Mittendorfer.Uni-Linz, 14. März 2018, 19:07

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#Schlüsseltechnologien

thomas.sacher.uni-linz, 14. März 2018, 19:29

Sensoren und Messeinrichtungen in Smartphones und Wearables.

Eine Vorstellung aller Sensoren und deren grundlegender Funktionsweise.

Beschreibung der Funktionen anhand von aktuellen Anwendungsbeispielen.

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#mCommerce - Immobilien

anica.nacova.uni-linz, 14. März 2018, 19:29

Im Zuge der LVA Mobile Business würde ich gerne einen Artikel verfassen bzw. ein Koreferat halten - über das Thema #mCommerce. Dabei möchte ich explizit auf den Immobilienbereich eingehen. 

 

Anfangs werde ich einen allgemeinen Überblick geben und mich dann entweder auf den Bereich Sicht des Maklers (Verkauf/Vermietung) oder auf den Bereich Facility Management konzentieren.  

 

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# Schlüsseltechnologien - Augmented / Virtual Reality am 02.05.2018

gertrude.dienstl-ottensamer.uni-linz, 14. März 2018, 19:36

Das Referat beinhaltet eine allgemeine Einführung ins Thema virtual und augmented/mixed Reality. In Anwendungsbeispielen soll in weiterer Folge gezeigt werden, wie augemented / virtual reality in der Industrie eingesetzt werden kann.

Hier geht´s zum Beitrag!

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# mLernen Koreferat Marian Limberger

marian.limberger.uni-linz, 14. März 2018, 19:38

Ich würde gerne zum Thema #mLernen mein Koreferat am 06.06. halten.

Das Thema wird eine allgemeine Beschreibung und Abgrenzung des mLernen im Rahmen des E-Lernens umfassen und weiters soll eine spezielle Plattform (eventuell Moodle) des mLernes näher vorgestellt werden.

 

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#Sport/Fitness/Medizin

rainer.krottenthaler.uni-linz, 14. März 2018, 19:39

 

Termin: 16.05.2018

 

#mCommerce: Anwendungsfelder von Mobile Business im Spannungsfeld "Sport/Fitness/Gesundheit".

 

Inwiefern können Apps und Wearables einen Mehrwert in den Bereichen Prävention, Diagnostik und Therapie liefern?

 

Stichworte: Apps auf Rezept, Diabetes, EKG,...

 

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Hans.Mittendorfer.Uni-Linz, 22. März 2018, 17:20

Aufgrund der Aufteilung der Themen auf den Themenplan wäre für Sie der Themenbereich: Smarte Geräte, Smarte Dienste, smart objects (#smarte Dienste): Künstliche Intelligenz in der Mobilkommunikation und deren Anwendung mit dem Koreferat am 20.6. vorgesehen. Bitte den Vorschlag entsprechend ändern.

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